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Umwelt im Wandel - das 'Schwarze Dreieck' wird wieder bunt

Xanthoria parietina

Eine zu Zeiten hoher Luftbelastung sehr selten gewordene Art, die inzwischen vielerorts wieder einwandert. Typischer Lebensraum sind lichte Gehölze, wo sie nährstoffreiche Baumrinden bewohnt, zum Beispiel von Obstbäumen, Pappeln, Weiden und besonders vom Schwarzen Holunder, dessen Zweige oft von den auffälligen Thalli der Xanthoria geschmückt werden. Kann im eigenen Garten zum Beispiel an Apfelbäumen beobachtet werden. Ein weiteres Habitat sind kalkhaltige Gesteinssubstrate, zum Beispiel an Gemäuern. Meist im Agrar- und Siedlungsbereich anzutreffen; Vorkommen in Wäldern können als Indikator für Einträge von Nährstoffen aus der Landwirtschaft gelten.


Xanthoria polycarpa

Eine durch Einträge von Nährstoffen geförderte Art, die deshalb besonders im Agrar- und Siedlungsbereich anzutreffen ist, wo sie die Rinden verschiedener Laubgehölze oder zum Beispiel auch hölzerne Zäune und Pfosten bewohnt.
Xanthoria candelaria

Bildet typischerweise rasenartige Bestände aus zahlreichen Einzelpolstern an der Basis von Laubbäumen im Siedlungsbereich, zum Beispiel an Straßenrändern und auf Dorfangern, wo sie von der Anreicherung von Nährstoffen profitiert.

Candelaria concolor

Eine recht seltene Art an Laubbäumen in lichten Wäldern, Parkanlagen und Alleen, aktuell nur wenige Funde. Exemplare mit sehr stark in Soredien aufgelöstem Thallus gehören nach neueren Erkenntnissen zu der erst jüngst beschriebenen Candelaria pacifica (in der Euroregion Neiße noch nicht nachgewiesen). Bei letzterer besteht Verwechslungsmöglichkeit mit der häufigen Krustenflechte Candelariella reflexa, die aus kleinen, alsbald weitgehend in Soredien aufgelösten Schüppchen besteht, die oft auffällige gelbe Überzüge an Laubbäumen mit nährstoffreicher Rinde bilden, zum Beispiel an Eschen und Weiden.
Vulpicida pinastri

Im Unterschied zu den ebenfalls gelb gefärbten Xanthorien meidet Vulpicida Lebensräume, die durch Anreicherung von Nährstoffen geprägt sind. Sie ist daher meist in Wäldern an der Rinde von Nadelbäumen anzutreffen, weniger in landwirtschaftlich geprägten Gebieten. Hier und da tritt sie auch im Siedlungsbereich auf, zum Beispiel an Holzzäunen oder auf Pflaumenbäumen.


Hypogymnia physodes

In der "Flora Lusatica" von Ludwig Rabenhorst aus dem Jahre 1840 wird diese Art als "die häufigste Bewohnerin der Kiefernbäume" angegeben. Noch bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war sie an Nadelbäumen in den Wäldern der Euroregion verbreitet anzutreffen. Danach ist sie wegen der steigenden Belastung mit Luftschadstoffen weiträumig verschwunden. Heute zählt die Art zu den häufigsten Wiederansiedlern. Sie besiedelt nicht nur Nadelbäume, sondern zum Beispiel auch Birkenstämme und –zweige, Eichen und Obstbäume sowie gern auch entrindetes Holz, zum Beispiel an Zäunen. Obwohl sie auch den Siedlungsbereich nicht meidet und hier zum Beispiel in Obstgärten angetroffen werden kann, tritt sie doch hauptsächlich in Wäldern auf.
Hypogymnia tubulosa

Diese Art besiedelt ähnliche Habitate wie Hypogymnia physodes und kommt oft zusammen mit dieser vor, aber meist in geringerer Zahl von Individuen.


Parmelia sulcata

Eine der häufigsten Flechten, die nach Besserung der Luftqualität wieder auftauchen, eine echte Pionierart, die sehr schnell auf die verbesserten Lebensbedingungen reagiert. Sie kann auf den Rinden der verschiedensten Bäume sowohl im Walde auch in landwirtschaftlichen Bereichen und in Siedlungen angetroffen werden und fehlt in kaum einem Obstgarten, sobald die Wiederbesiedlung mit Flechten begonnen hat.
Parmelia saxatilis

Im Unterschied zur ähnlichen Parmelia sulcata ist P. saxatilis keine ausgesprochene Pionierart. Unter den Wiederansiedlern ist sie relativ selten und allenfalls in einzelnen Exemplaren anzutreffen. Als relativ säureresistente Art hat sie aber mancherorts in geschützten Lagen die Zeiten hoher Luftbelastung überdauert und bildet hier und da ausgedehnte Bestände zum Beispiel auf den Ästen von Eichen, die ihr bevorzugter Lebensraum sind. Häufiger ist sie aber auf Felsen. Meist ist sie im Waldbereich zu finden, weniger in der offenen Landschaft.
Punctelia subrudecta

Eine in der Euroregion noch relativ seltene, meist nur in einzelnen Exemplaren anzutreffende Art, die verschiedene Laubbäume besiedelt und zum Beispiel in Obstgärten angetroffen werden kann.
Punctelia jeckeri

Wie Punctelia subrudecta kann man diese Art vereinzelt an Obst- und anderen Laubbäumen beobachten.


Platismatia glauca

Diese Art gilt als relativ säureresistent und zählt zu den wenigen Großflechten, die in geschützten Lagen die Zeiten hoher Luftschadstoffbelastung in der Region hier und da überdauert haben. Typischer Lebensraum sind die Äste von Waldbäumen, zum Beispiel Eichen, und man bemerkt die Vorkommen oft eher durch einzelne herabgefallene Exemplare, als daß man die in der Baumkrone siedelnden Bestände von unten her wahrnehmen würde. Die Art ist recht feuchteliebend und gedeiht daher besonders üppig in Bachtälern, Erlenbrüchen usw. Sie ist keine ausgesprochene Pionierart und breitet sich gegenwärtig nur allmählich wieder aus. Empfindlich gegen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, ist sie hauptsächlich in Wäldern anzutreffen, wo sie neben Eiche und Erle gern auch Birke und Fichte besiedelt.
Cetrelia-Arten

Diese typischen Waldflechten sind sehr schadstoffempfindlich und waren lange Zeit weiträumig verschwunden. Aktuelle Funde aus der Euroregion Neiße fehlen derzeit noch, doch wurde die Wiederansiedlung einzelner Exemplare in jüngerer Zeit in Lärchenplantagen im Erzgebirge beobachtet, so daß man auch in unserer Region danach Ausschau halten sollte. Historisch sind Cetrelien aus den Waldungen der Region mehrfach belegt und scheinen zum Beispiel nach dem Herbarmaterial, das sich in Breslau und Görlitz befindet, üppige Bestände über Felsen am Spitzberg und am Weihreichsberg bei Hirschberg (Jelenia Góra) gebildet zu haben, wo sie Julius von Flotow im Jahre 1854 gesammelt hat. In der Regel siedeln sie aber auf der Rinde von Bäumen.


Parmotrema-Arten

Diese empfindlichen Flechten waren in der Region bis in jüngere Zeit ausgestorben. Vereinzelt trifft man neuerdings junge Exemplare von P. perlatum wieder an, das Laubbäume besiedelt und sowohl in lichten Wäldern als auch in Obstgärten gefunden werden kann.
Parmelina-Arten

Alle Arten dieser Gattung sind recht schadstoffempfindlich und insbesondere die üblicherweise Fruchtkörper, aber keine Isidien bildenden Arten sind schon lange aus unserer Region verschwunden und bisher noch nicht wieder aufgetaucht.
Parmelina tiliacea ist charakteristisch für freistehende Laubbäume, zum Beispiel in Alleen und auf Dorfangern. Der letzte Fund der Art aus der Region datiert aus den 1950er Jahren. Parmelina pastillifera besiedelt Laubbäume in den höheren Berglagen; sie wurde vor 200 Jahren von Carl Gottlob Mosig in Bergstraß (Ulicko) im Isergebirge an Obstbäumen gesammelt.


Hypotrachyna-Arten

Diese Flechtensind recht schadstoffempfindlich und waren während der Periode hoher Luftschadstoffbelastung großräumig verschwunden. Sie sind aber durchaus ausbreitungsfreudig und tauchen in letzter Zeit wieder auf. Allerdings sind sie von Natur aus nicht besonders häufig. Sie besiedeln die Rinde von Laubbäumen in Gebieten mit hoher Luftfeuchte. Die Unterscheidung der beiden Arten fällt nicht immer leicht.
Imshaugia aleurites

Diese recht seltene Art besiedelt die Rinde von Nadelbäumen. In den Tieflagen sind Stämme von Kiefern am Rande von Waldmooren ein charakteristisches Habitat.


Parmeliopsis-Arten

Die Parmeliopsis-Arten sind relativ säureresistent und werden daher durch eine schwache saure Luftbelastung sogar gefördert. Von Natur aus besiedeln sie saure Rinden, zum Beispiel von Nadelbäumen, auch entrindetes Holz von Zäunen usw. Sie sind vor allem in waldreichen Gebieten zu Hause; Belastung mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft vertragen sie nicht gut. Die gelbgründe Parmeliopsis ambigua ist viel häufiger als die graue Parmeliopsis hyperopta.
Phaeophyscia orbicularis

Eine der häufigsten Flechtenarten auf nährstoffreichen Substraten, vor allem im Siedlungs- und Agrarbereich. An nicht zu schattig stehenden Holundersträuchern wird man sie fast nie vergeblich suchen, aber sie besiedelt auch die Rinde vieler anderer Laubbäume und kommt gern zusammen mit Xanthoria parietina vor. Die Zeit hoher Luftbelastung hat sie stellenweise auf kalkreichem Gestein überdauert, das die Säurewirkung abgepuffert hat; gegen Staubbelastung ist sie nicht empfindlich. Heute ist sie eine der am schnellsten in Ausbreitung befindlichen Pionierarten.

Phaeophyscia ciliata

Diese Art, die als nichtsorediöses Gegenstück zu der häufigen Phaeophyscia orbicularis betrachtet werden kann, wächst im Unterschied zu dieser nicht an nährstoffbeeinflußten Stellen im Offenland, sondern ist in Wäldern beheimatet, wo sie zum Beispiel an Holundersträuchern in lückig werdenden, alten Waldbeständen vorkommt. Im Gebiet ist sie zurzeit verschollen.
Phaeophyscia nigricans

Diese Art kommt gern an nährstoffreichen Standorten zwischen Phaeophyscia orbicularis und Physcia-Arten an den Stämmen von Laubbäumen in Ortslagen vor und ist nicht selten, aber durch ihre Kleinheit und dunkle Färbung sehr unauffällig.


Physcia tenella

Eine sehr häufige Pionierart, nach Besserung der Luftqualität meist der erste und am zahlreichsten erscheinende Ansiedler auf Laubbäumen mit nährstoffreicher Rinde in Ortslagen und der Agrarlandschaft, hingegen kaum im Wald zu finden. Noch vor 10 Jahren nur in Einzelexemplaren zu finden, bildet sie augenblicklich zum Beispiel in Görlitz an Spitzahorn und anderen Allee- und Parkbäumen vielerorts dichte graue Teppiche.
Physcia adscendens

Diese Art ist inzwischen fast genau so häufig und verbreitet wie Physcia tenella und kommt oft mit dieser zusammen vor, aber meist in geringerer Stückzahl.

Physcia caesia

Die Art hat ihre Hauptvorkommen auf meist waagerechten Betonflächen, zum Beispiel auf Pfosten, wo sie auch der Düngung durch den Kot der dort ansitzenden Vögel widersteht. An stark durch Nährstoffe beeinflußten Stellen, zum Beispiel an der Basis von Straßenbäumen, geht sie aber auch auf Rinde über. Auch auf Bäumen mit natürlicherweise nährstoffreicher Rinde, zum Beispiel dem Amerikanischen Eschenahorn (Acer negundo) kann sie gefunden werden.
Physcia dubia

Diese Art kommt meist eingemischt zwischen anderen Physcia-Arten im unteren Bereich der Stämme von Alleebäumen vor und ist leicht zu übersehen, sticht aber durch ihre etwas hellere Färbung hervor.


Physcia aipolia und Physcia stellaris

Die beiden fertilen (Fruchtkörper bildenden) Physcia-Arten sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Physcia aipolia ist bevorzugt an nährstoffreichen Standorten in offenen Lagen zu finden, zum Beispiel an Holundersträuchern, während Physcia stellaris Zweige von Laubbäumen in Wäldern bevorzugt. Beide Arten sind im Gebiet immer noch selten.
Physconia-Arten

Die Physconia-Arten besiedeln die Stämme von Laubbäumen an nährstoffreichen Standorten, meist in Alleen, auf Dorfangern usw., mit Ausnahme von Physconia perisidiosa, die gern an alten Ahornbäumen in Wäldern wächst. Anders als die Physcia-Arten besitzen die Physconien keinen ausgesprochenen Pioniercharakter und wandern nur langsam wieder ein; bisher findet man nur sehr zerstreut einzelne Exemplare. Die besonders empfindliche Physconia distorta ist immer noch großräumig verschollen.

Anaptychia ciliaris

Diese Art war früher an Allee- und anderen Bäumen so allgemein verbreitet, daß die Literatur kaum konkrete Fundortangaben bietet. So nennt sie zum Beispiel Rabenhorst (1870) "überall häufig". Als besonders schadstoffempfindliche Art ist sie mittlerweile großräumig verschwunden; bisher wurde im Gebiet noch keine Wiederansiedlung festgestellt.
Pseudevernia furfuracea

Eine typische Art der Wälder, die auf der Rinde von Nadelbäumen, Eichen und Birken, aber auch auf entrindetem Holz, zum Beispiel von Zäunen, zu finden ist. In kleinen Exemplaren erscheint sie auch in Obstgärten an Pflaumenbäumen, zum Beispiel im Ölberggarten in Görlitz, aber am üppigsten entwickelt sie sich in dem niederschlagsreichen Klima höherer Berglagen, wo sie in seltenen Fällen auch Apothecien bildet.


Evernia prunastri

Diese recht schadstoffempfindliche Art galt noch in den 1990er Jahren in ganz Sachsen als ausgestorben. Inzwischen erscheint sie zusammen mit anderen Flechten wie Hypogymnia physodes auf Laubbäumen, zum Beispiel in Obstgärten, aber auch in Lärchenplantagen, meist in einzelnen Exemplaren und nicht in solchen Massen wie stellenweise die Hypogymnia.
Die als Usninsäuremangel-Mutante anzusehende var. herinii ist viel seltener.
Evernia divaricata

Früher eine charakteristische und zuweilen dominierende Art an den Ästen von Nadelbäumen in höheren Gebirgslagen, ist diese Flechte heute weitgehend verschwunden. Erst in jüngster Zeit sind im Gebiet wieder vereinzelte Nachweise gelungen.
Evernia mesomorpha

Diese Art ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts an Felsen im Warmbrunner Tal im Riesengebirge entdeckt worden und war danach im Gebiet lange Zeit verschollen. In den letzten Jahren wurde ein Exemplar an einem Holzzaun bei Zittau entdeckt. In benachbarten Regionen (Niederlausitz, Erzgebirge) ist sie in jüngerer Zeit auch an Lärchen und Birken beobachtet worden.
Nephromopsis laureri

Diese extrem seltene Art kann zuweilen zwischen Hypogymnia physodes an Bäumen in lichten Wäldern gefunden werden, zum Beispiel an Birke oder Lärche.


Flavoparmelia-Arten

Die durch Größe und Färbung auffällige Flavoparmelia caperata gehört zu den schadstoffempfindlichen Flechtenarten und war lange Zeit im Gebiet verschollen. Inzwischen taucht sie wieder auf, aber meist nur in einzelnen Exemplaren.
Die viel kleinere Flavoparmelia soredians ist historisch aus unserem Gebiet nicht bekannt, breitet sich aber aktuell in Deutschland aus und wurde auch bei uns schon gelegentlich gefunden.
Flavopunctelia flaventior

Von dieser seltenen Besiedlerin von Laubbäumen in Wäldern gibt es aktuell aus unserem Gebiet keine Beobachtungen.

Lobaria pulmonaria – Lungenflechte

Eine der bekanntesten Flechtenarten, die historisch wegen ihrer lungenartigen Gestalt zur Behandlung von Lungenkrankheiten eingesetzt worden ist (Signaturenlehre) und eine der wenigen Flechten mit eingebürgertem deutschem Namen ist. Sie ist ein typischer Bewohner alter Laubbäume in Wäldern. Noch in der Flora Lusatica von 1840 gibt Gottlob Ludwig Rabenhorst an, daß sie die Stämme alter Eichen und Buchen oft mehrere Fuß hinauf bekleide. Als nicht nur gegen Luftschadstoffe, sondern auch gegen fortwirtschaftliche Maßnahmen sehr empfindliche Art ist sie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts im Gebiet verschollen und zeigt auch großräumig noch keine Tendenz zur Wiederansiedlung. Hierfür ist nach neueren Forschungen wohl nicht nur ihre langsame Ausbreitung verantwortlich, sondern auch die Tatsache, daß ihre speziellen Habitatansprüche in den heutigen Wirtschaftswäldern kaum noch gegeben sind. Bekanntwerdende Vorkommen unterliegen strengem gesetzlichem Schutz, die Lebensräume dürfen nicht zerstört werden.
Tuckermannopsis chlorophylla

Zur Zeit der hohen Luftschadstoffbelastung selten geworden, wandert diese Flechtenart heute wieder ein und erscheint meist zusammen mit Hypogymnia physodes an verschiedenen Bäumen in Wäldern, auch in Obstgärten, aber in viel geringerer Individuenzahl als die Hypogymnia.

Cetraria sepincola

Früher ein charakteristischer Besiedler der Stämme und besonders auch der Zweige von Birken in lichten Wäldern, an Moorrändern usw., ist diese Art in der Euroregion zur Zeit noch verschollen. Die nächsten bekannten aktuellen Vorkommen liegen in der Niederlausitz und im Erzgebirge. Trotz Rückgang der industriellen Luftschadstoffbelastung ist sie überregional gefährdet, weil sie offensichtlich die durch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft geförderten Algenbewüchse in ihren Habitaten nicht verträgt. Wo sie vorkommt, kann sie deshalb als Zeiger einer generell geringen Umweltbelastung sowohl aus Industrie als auch aus Landwirtschaft gelten.
Peltigera praetextata

Ein charakteristischer Besiedler der Basis alter Laubbäume in Wäldern, der nicht nur durch Luftschadstoffe, sondern auch durch forstwirtschaftliche Maßnahmen beeinträchtigt wird. Im Gebiet hat die Art deshalb meist eher an bemoosten Felsen überlebt; sie ist aktuell sehr selten.


Melanelixia- und Melanohalea-Arten

Diese Flechten wurden noch bis vor kurzem in der Gattung Melanelia zusammengefaßt. Die Melanelixia-Arten haben aber ein C+ rot reagierendes Mark, bei den Melanohalea-Arten liefert das Mark keine Farbreaktion mit der Chemikalie C.
Zur Zeit hoher Luftschadstoffbelastung fast verschwunden, zählen Melanelixia subaurifera und Melanohalea exasperatula inzwischen zu den öfter zu beobachtenden Ansiedlern auf Ästen von Laubbäumen in Wäldern und Obstgärten.
Melanelixia glabratula ist seltener, bildet aber zuweilen individuenreiche Bestände an den Stämmen von Laubbäumen in Wäldern. Die früher auch zu M. glabratula gerechneten, dunkler braun gefärbten Exemplare auf Fels werden jetzt als eigene Art (Melanelixia fuliginosa) angesehen.
Melanelixia subargentifera ist augenblicklich im Gebiet nur vom Stamm eines Kugelahorns vor dem Kurhaus in Bad Flinsberg (Świeradów Zdrój) bekannt, wohin sie vielleicht durch Anpflanzung des Baumes geraten ist.
Von den üblicherweise Fruchtkörper bildenden Arten Melanohalea olivacea und Melanelixia glabra sind augenblicklich aus der Euroregion keine Nachweise bekannt. Beide Arten befinden sich in unserem Gebiet am Rande ihrer natürlichen Verbreitung: M. olivacea ist eine in Osteuropa und Asien weit verbreitete Art, die gern an glatter Rinde von Birken in lichten Wäldern wächst. M. glabra ist eine schwerpunktmäßig südeuropäisch verbreitete Art der Berglagen, wo sie an älteren freistehenden Laubbäumen siedelt, zum Beispiel an alten Salweiden.
Pleurosticta acetabulum

Dieser typische Besiedler von Allee- und Parkbäumen war schon früher in unserer Region verhältnismäßig selten. Nachdem die Art jahrzehntelang verschwunden war, ist in jüngerer Zeit die Wiederansiedlung einzelner Exemplare beobachtet worden.
Ramalina-Arten

Die Arten dieser Gattung sind allesamt empfindlich gegenüber Luftschadstoffen und waren aus unserer Region verschwunden. Einzig bei R. farinacea wird in jüngerer Zeit hier und da die Wiederansiedlung beobachtet. Alle Arten besiedeln Laubbäume.
Bryoria-Arten

Vor allem im Bereich größerer Wälder, die eine Abschirmung gegen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft bieten, erscheinen in den letzten Jahren wieder die Bärte der Bryorien. Fast immer ist es Bryoria fuscescens; die anderen Arten sind sehr viel seltener. Ein wichtiges Habitat sind Lärchenplantagen, aber auch an Zweigen anderer Nadelbäume, an Stämmen von Birken und an entrindeten Holz – zum Beispiel an Zäunen – kann man die Bryorien beobachten.





Usnea-Arten

Usneen sind das Sinnbild der Bartflechten. Ihre langen Bärte an den Ästen der Nadelbäume unserer Gebirge bilden das Vorbild für das Lametta der Weihnachtsbäume. Mit der großen Oberfläche ihrer fadenförmigen Thallusabschnitte "kämmen " sie den Nebel aus und können so die nötige Feuchtigkeit gewinnen. Das macht sie aber auch besonders empfindlich gegen Luftschadstoffe, die sie in großer Menge herausfiltern und an denen sie dann zugrundegehen. Deshalb gehören die Bartflechten zu den Hauptopfern der Luftbelastung der Vergangenheit.
Es gehört zu den faszinierendsten Erfahrungen der letzten Jahre, daß die Bartflechten wieder einwandern. Besonders gut gedeihen sie in luftfeuchten, nebelreichen Lagen, im Bergland, an Rändern von Mooren usw. Da sie auch Licht brauchen, sind sie besonders in lockeren, durchlichteten Waldbeständen zu finden, zum Beispiel in Lärchenplantagen.
In offenen, lufttrockenen Lagen finden wir sie nur in kümmerlichen Exemplaren oder gar nicht. Auch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft vertragen sie nicht gut.
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