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Umwelt im Wandel - das 'Schwarze Dreieck' wird wieder bunt

Luft, Nebel, Niederschläge gehören zu den grundlegenden atmosphärischen Lebensbedingungen der Ökosysteme. Pflanzen und Tiere – auch der Mensch – stehen in beständigem Gasstoffwechsel mit der Atmosphäre, über die Atmosphäre erfolgt der Eintrag von Wasser und von Stäuben mit verschiedenen Inhaltsstoffen. An diese Bedingungen haben sich die Organismen in Jahrmillionen angepaßt und Mechanismen entwickelt, die benötigten Stoffe aus der Atmosphäre herauszufiltern.
Industrielle Exhalate haben die Atmosphäre mit Stoffen belastet, die unter natürlichen Bedingungen nicht – oder nicht in dieser Menge – auftreten. Auch diese Stoffe werden von den Organismen aufgenommen. Oft führt das zu Schädigungen im Stoffwechsel: Pflanzen, Tiere und auch der Mensch können erkranken.
Schwefelsäure im Regen führt ferner zu einer starken Absenkung des pH-Wertes der Niederschläge, was zu starken Veränderungen in den davon betroffenen Lebensräumen führen kann.

Die Euroregion Neiße ist ein waldreiches Land. Besonders die Gebirgszüge der Sudeten und des Elbsandsteingebietes mit dem Zittauer Gebirge sowie auch die Niederungen im Norden der Region mit nährstoffarmen Sandgebieten sind vielerorts von Wäldern bedeckt. Ärmer an Wald sind die landwirtschaftlich genutzten Lößgefilde, doch finden sich auch hier zahlreiche Hügelkuppen und Bachschluchten eingestreut, die Waldbestände tragen.
Was uns heute als Wald entgegentritt, hat vielfältige Veränderungen durch den Menschen erfahren. Seit dem 19. Jahrhundert hat die Forstwirtschaft fast überall intensiv eingegriffen. So wurden anstelle der zuvor oft stark aufgelichteten, häufig vom Weidevieh begangenen Bestände wieder geschlossene, schattige Wälder begründet. Andererseits hat dies vielfach zum Ersatz der natürlichen Mischwaldbestände durch eintönige Plantagen geführt, in denen vor allem Fichte (im Bergland) und Kiefer (in der Niederung) den Ton angeben. Auch werden die Bäume heute weit vor Erreichen ihrer natürlichen Altersgrenze eingeschlagen, solange sie noch nicht von innen her zu vermorschen beginnen, was den Nutzwert des Holzes schmälern würde.
Die Plantagenforsten sind – wie alle Monokulturen – anfällig gegen Massenentwicklungen von vielerlei Schädlingen. Besonders aber hat die hohe Luftschadstoffbelastung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dazu geführt, daß ganze Waldbestände abgestorben sind. Davon waren vor allem die Kammlagen des Isergebirges betroffen. Besonders empfindlich haben die immergrünen Nadelgehölze reagiert, wie die großflächig gepflanzte Fichte. Die noch empfindlichere Tanne ist fast verschwunden. Laubgehölze wie die Buche haben besser standgehalten.
Anstelle der abgestorbenen Fichtenplantagen hat man sich bemüht, sogenannte rauchharte Gehölze anzubauen, wie zum Beispiel die Lärche oder die aus Nordamerika stammende Stechfichte (Blaufichte).
Im Ergebnis all dieser Prozesse finden wir heute als "Wald" ganz andere Landschaftsbilder vor, als sie etwa in den Gemälden der Romantik verewigt sind.
In jüngster Zeit bemüht man sich, die natürliche Baumartenzusammensetzung wiederherzustellen. Auch die früher für die Bergwälder der Euroregion Neiße so charakteristische Tanne wird wieder eingebracht.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das deutsch-polnisch-tschechische Dreiländereck die am stärksten durch Luftschadstoffe beeinträchtigte Region Europas, was ihr den Ruf eines "Schwarzen Dreiecks" eingebracht hat. Insbesondere Schwefeldioxid und Flugaschen aus der kohleverarbeitenden Industrie der Lausitz, Schlesiens und Nordböhmens schlugen sich hier in großer Menge nieder.
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts sind durch Stillegung von Industrieanlagen sowie verbesserte Technologien die Belastungen stark rückgängig.

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